Meine Geschichte

Glückliche Kindheit in West-Berlin

Ich mit knapp einem Jahr,

Ich mit knapp einem Jahr,

Am 20. Oktober 1963 kam ich in Berlin-Zehlendorf zur Welt. Als mein Bruder kurze Zeit später geboren wurde, zogen meine Eltern aus der kleinen Wohnung aus. Wir wohnten dann bis 1978 in einer Betriebswohnung der Papierfabrik, in der mein Vater arbeitete. Direkt an der Spree in einem Industriegebiet zwischen Spandau und Charlottenburg in unmittelbarer Umgebung einer Wurstfabrik, eines Kraftwerks sowie einer Spedition und einer Müllverbrennung hatte ich ein ungewöhnliches Leben für ein Stadtkind. Trotz des Industriegebiets gab es im Wohnumfeld viel Grün und Bewegungsfläche. Interessant war für mich, dass ich jederzeit Zugang zum Büro meines Vaters hatte. Hierbei hatte ich Kontakt zu unterschiedlichen Mitarbeitern der Firma. Besuche in der Schreinerwerkstatt und im Fuhrpark mit den spannenden Gabelstaplern beeindruckten mich als Kind besonders. An den Wochenenden, wenn der Parkplatz vor dem Bürogebäude leer war, lernten mein Bruder und ich dort Fahrrad- und Rollschuhfahren. Große alte Bäume luden zum Klettern ein.

Mit meinem kleinen Bruder.

Mit meinem kleinen Bruder.

Wie das in den späten 60ern und 70ern war, konnten wir Kinder die Räume um uns herum oft auch ganz unbeaufsichtigt erobern. In der Stadtteilbibliothek, zu der wir jede Woche mit meiner Mutter gingen, habe ich die andere Welt der Freiheit entdeckt. Seitdem kann ich mir ein Leben ohne Bücher nicht vorstellen.

Zu den Schulen war allerdings der Weg weit. Erst als Gymnasialschülerin bin ich allein mit der U-Bahn in die Schule gefahren. Die U-Bahnstation war eine gute Viertelstunde Fußweg von uns entfernt. Seit dieser Zeit habe ich einen ziemlich schnellen Schritt drauf, von dem viele behaupten, ich würde „rennen“. Meine Eltern hatten sich für uns Kinder für die katholische Liebfrauenschule entschieden, die schon meine Mutter besucht hatte. Damals war ich auch noch in der katholischen Jugend aktiv, der ich unvergessene Jugendgruppen-Reiseerlebnisse verdanke.

Bei der Einschulung in Berlin.

Bei der Einschulung in Berlin.

Umzug an die Bergstraße

1978 gab es den ersten „Bruch“ in meinem Leben. Mein Vater verlor seine Arbeit, weil die Papierfabrik verkauft wurde. In Berlin, der damals noch geteilten und eingeschlossenen Stadt, gab es keine Arbeit für ihn. So zogen wir nach Bensheim an die Bergstraße. Für mich war das auf der einen Seite natürlich ein harter Schlag, hatte ich doch gerade mit meiner besten Freundin begonnen, die abendliche Stadt mit ihren Diskotheken zu erobern! Auf der anderen Seite war auch der Wechsel nach Hessen eine spannende Angelegenheit. Vieles war hier anders und die Schule ließ mich viele neue Freundschaften schließen, die ich mir bis heute bewahren konnte. Und ich lernte damals in der Parallelklasse meinen Mann Gregor kennen – natürlich noch nicht wissend, dass wir unser ganzes Leben zusammen bleiben würden.

Politisierung in der Schule und Diskussionen am Familientisch

Nun änderten sich auch andere Perspektiven. Ich begann mich für Politik zu interessieren, den SPIEGEL zu lesen und wählte neben Englisch „PoWi“ als Leistungskurs. Zuhause gab es heftige Diskussionen, bei denen mein Vater gern den „advocatus diaboli“ übernahm und mich als 16-Jährige ganz schön auf die Palme brachte. Der Gelassenheit meiner Mutter ist zu verdanken, dass wir immer wieder „runterkamen“. Unsere Themen waren damals insbesondere die Grenzen des Wachstums, „Atomkraft – nein, danke“ und die Friedensbewegung.

Im Sommer 1981 ging es zum ersten Mal eigenverantwortlich auf große Reise: Vier Wochen bin ich mit fünf Freundinnen und Freunden auf Interrailtour durch Schweden und Norwegen gefahren. Eine wunderbare erste eigene Europa-Erfahrung, obwohl damals die Grenzen noch nicht offen waren.

Die bewegten Zeiten hinderten mich nicht, recht brav zur Schule zu gehen und so hatte ich im Frühsommer 1982 mein Abiturzeugnis in der Tasche. Mit dem Führerschein hat es auch geklappt, so konnte Frankreich mit dem Auto erkundet werden. Fast das ganze Land haben Gregor und ich mit einem leicht rostigen R4 durchfahren.

Jura-Studium in Heidelberg

Danach ging es dann ziemlich bald an die Uni. Ich begann mein Jura-Studium in Heidelberg, in den ersten Monaten noch als Pendlerin vom Elternhaus aus, dann zogen Gregor und ich in eine möblierte Wohnung mit Gasöfen. Kaum hatten wir uns an das Paar-Leben gewöhnt, musste mein Mann für ein Fachhochschulsemester nach Köln, und ich suchte mir eine Bleibe in einer Wohngemeinschaft. Diese erste WG-Erfahrung war eher eine schmerzhafte – dennoch liebe ich das WG-Leben bis heute.

Gregor und ich beim Campen.

Seit unserer Schulzeit sind Gregor und ich ein Paar.

Vom Neckar an die Isar für das erste Staatsexamen

1984 zogen Gregor und ich gemeinsam nach München, wo ich Anfang des Jahres 1989 mein erstes juristisches Staatsexamen erfolgreich ablegte. Schön war die Studentinnenzeit in der Großstadt – neue Ausstellungen konnten mal so „nebenher“ besucht werden, Open-Air-Veranstaltungen lockten aus der Uni in den Olympiapark und „Last-Minute-Angebote“ (die man damals noch nicht so nannte) führten in interessante Theatervorstellungen. Und in die Berge war es auch nicht weit.

Referendarin am Landgericht Darmstadt

Dennoch zog es mich im Sommer 1989 wieder nach Südhessen. Am Landgericht Darmstadt absolvierte ich meine Referendarzeit. Nach den Theoriejahren tat es gut, endlich auch die praktische Umsetzung zu erleben. Insbesondere in meinem Wahlfach Arbeitsrecht sammelte ich beeindruckende Erfahrungen am Arbeitsgericht Darmstadt. Zum ersten Mal konnte ich dort auch die Arbeit der Gewerkschaften kennenlernen. Aber auch die Station des öffentlichen Rechts war abwechslungsreich: Ich hatte Gelegenheit, ein Semester an der Verwaltungshochschule in Speyer zu besuchen und dann beim Datenschutzbeauftragten des Regierungspräsidiums Darmstadt zu arbeiten.

Ich hatte nun auch das Gefühl, ich müsste mich mehr für die Gemeinschaft einsetzen und stellte mich als Sprecherin des Referendarjahrgangs zur Verfügung. Seitdem habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass ehrenamtliches Engagement zwar Zeit und Einsatz kostet, aber immer viel zurückgibt.

Seit der Schulzeit sind Gregor und ich ein Paar. Gemeinsam gehen wir gerne in die Berge.

Im letzten Sommer lernten wir die Abruzzen kennen.

Hochzeit mit Gregor 1991

Während des Referendariats heirateten Gregor und ich 1991 in Seeheim. In unserer gemeinsamen Freizeit reisten wir zu Freunden und Familie quer durch Deutschland, gern immer wieder auch nach Berlin, wo mein Bruder inzwischen wieder lebte. Und wir entdeckten das Kajakfahren, zunächst nur auf ruhigen Flüssen, später auch auf bewegteren Gewässern. Die Odenwaldbäche waren vor allem am Frühlingsanfang interessant – das bedeutete, den Neoprenanzug schon auch mal auf schneebedeckter Wiese anziehen zu müssen. Das Naturerleben vom Wasser aus hat wirklich etwas Besonderes. Aber auch die Berge lockten uns nach wie vor – allerdings ohne Boot. Seit vielen Jahren wandern wir, am liebsten mit den Kindern und Freunden von Hütte zu Hütte.

Zunächst Anwältin und dann zur Bundesagentur für Arbeit

1992 legte ich das Zweite Juristische Staatsexamen ab und machte mich auf Arbeitssuche. Mein Ziel war zunächst, Anwältin für Arbeitsrecht zu werden. Die Zulassung als Anwältin hatte ich recht bald.

Bei einer Ausstellung der Arbeitsagentur für die ich seit vielen Jahre arbeite.

Bei einer Ausstellung der Arbeitsagentur für die ich seit vielen Jahre arbeite.

Im Laufe der Jobsuche stieß ich allerdings erneut auf die Vielfalt der Tätigkeitsfelder öffentlicher Verwaltung und entschied mich für einen Weg im öffentlichen Dienst. Im Sommer 1993 konnte ich als Trainee bei der Bundesagentur für Arbeit beginnen. Erste Führungserfahrungen sammelte ich im Arbeitsamt Darmstadt, dann wechselte ich als Referentin in das Landesarbeitsamt Hessen nach Frankfurt. Diese Mittelinstanz der Arbeitsverwaltung blieb seitdem meine berufliche Heimat. Ich konnte dort als Referentin in der Arbeitsvermittlung und der Aus- und Fortbildung wirken und nach der Geburt meiner Kinder eine Referatsleitung in Teilzeit übernehmen. Einige Jahre lang war ich dort Leiterin des Referats für die Bekämpfung illegaler Beschäftigung und Arbeitnehmerüberlassung.

Als die Aufgabe zum Zoll überging, entschied ich mich, bei der Bundesagentur für Arbeit zu bleiben. Übergangsweise leitete ich die Interne Revision in Hessens Arbeitsverwaltung und seit Ende 2004 bin ich Leiterin des hessischen Stabes für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt.

Kurz nach der Geburt unserer Tochter Helene im Jahr 1995.

Kurz nach der Geburt unserer Tochter Helene im Jahr 1995.

Die Familie Paul wächst – und braucht mehr Platz

In den Jahren 1995 und 1997 wurde unsere Familie deutlich größer. Als Helene und Valentin geboren wurden, wohnten wir noch in Seeheim zur Miete, waren aber schon länger auf der Suche nach einem alten Haus. Fündig wurden wir 1998 in Alsbach: ein stark renovierungsbedürftiges kleines Häuschen in der Kirchstraße zog uns in seinen Bann. Wir wurden bald heimisch. Das änderte auch unsere Freizeitgestaltung. Die nächsten Jahre widmeten wir jede freie Minute entweder den Kindern oder der Haussanierung. Es war eine anstrengende, aber auch tolle Zeit, in der wir viel Unterstützung, vor allem von meinen Eltern, erfahren haben. Da ich auch wieder arbeitete, waren wir auf Kinderbetreuung angewiesen und sehr froh, Angebote der Gemeinde nutzen zu können.

Freie Zeit mit meiner Familie genießen: Links mein Vater und mein Sohn Valentin, rechts meine Tochter Helene.

Freie Zeit mit meiner Familie genießen: Links mein Vater und mein Sohn Valentin, rechts meine Tochter Helene.

Helene konnte gleich in naher Umgebung in die Kita Arche Noah gehen, für Valentin fanden wir einen Krippenplatz in der Kita Sandwiese. Damals gab es dort die einzigen Krippenplätze in Alsbach-Hähnlein. Das hat mir sehr bewusst gemacht, wie wichtig ein gutes Betreuungsangebot für Kinder ist.

Nicht nur für die Kinder waren die Kitas spannende Orte. Auch ich wollte daran teilhaben und ihren Alltag auch dort mitgestalten. Deshalb habe ich mich von Anfang an als Elternvertreterin eingebracht. Alle Themen dort haben mir viel Freude gemacht, und ich habe tolle Menschen kennengelernt. Als dann die Schulzeit kam, war es keine Frage, dass die Elternarbeit dort fortgesetzt wurde.

Die Familie Paul unterwegs.

Die Familie Paul unterwegs.

Leidenschaftlicher Einsatz im Ehrenamt

So wurde nach und nach der ehrenamtliche Einsatz immer breiter. Zur Elternbeiratsarbeit kam der Förderverein dazu. Durch das Mutter-Kind-Turnen erhielt der Turnverein seinen Platz im Familienalltag. Irgendwann wollte ich über den Tellerrand der einzelnen Institution hinaussehen und initiierte ein Lokales Bündnis für Familie. In einem kleinen Netzwerk bereiteten wir eine große Gründungsveranstaltung vor. Sie wurde gut besucht und gab Impulse für verschiedene Ansätze. Diese führten in den nächsten Jahren zu einigen Aktivitäten des Netzwerks und zu Anregungen für die Kommunalpolitik. So haben wir Angebote für Seniorinnen und Senioren gemacht. Das waren erste Schritte zur Einrichtung eines Seniorenbeirats. Wir haben 2011 eine zusätzliche ehrenamtliche Ferienbetreuung ausprobiert und die verschiedenen Wünsche der Altersgruppen zur Weiterentwicklung der Erpelanlage gesammelt. Anpacken im Ehrenamt heißt für mich mehr als nur mitmachen: viele Jahre habe ich den Pinocchio e.V. als Vorsitzende geleitet, um das Kinderbetreuungsangebot zu stärken. Als die Schulen ihre Nachmittagsangebote ausbauten, haben wir den Kinderhort zur Krippe umgestaltet. Heute ist die Krippe Teil der AWO.

Erste Schritte in der Gemeindevertretung ab 2006

Durch die Bündnisinitiative war ich 2005 auch in Kontakt zu den Fraktionen in der Gemeindevertretung gekommen, hatte dabei auch einmal „hinter die Kulissen“ geguckt und Gefallen an dieser Arbeit gefunden. Und seit der Kommunalwahl 2006 war ich dann selbst dabei.

Die Arbeit in Vereinen hat ihren Stellenwert aber behalten. Es macht einfach viel Freude, gemeinsam etwas zu tun: das Weinfest oder die Kerb mit zu veranstalten, das fleißige Museumsteam bei Ausstellungsdiensten zu unterstützen, beim Hähnleiner Sonntagscafé den Kuchenthekendienst zu übernehmen, oder die Integration von geflüchteten Menschen bei uns zu erleichtern. Und immer gibt es dabei auch die Gelegenheit zu guten Gesprächen. Einen Preis hat das alles natürlich – denn die Freizeit lässt sich nicht ausdehnen. So sehr ich mir einen blühenden Staudengarten wünsche – der wird wohl auf die Rentenzeit warten müssen. 😉

Sie konnten mich treffen:

  • In den 118 Straßen der Gemeinde, in denen ich seit 10 Wochen unterwegs war, bei etwas über 1000 Gesprächen.
  • Bei 7 eigenen Veranstaltungen
  • Bei vielen Terminen von Politik und Vereinen
  • Im Internet, per Mail und Telefon

Direkter Kontakt zu mir:

Anke Paul | Kirchstraße 44 |
64665 Alsbach-Hähnlein

Tel: 06257/939422  Mobil: 0162/9832754
Mail: anke@anke-paul.de
fb.me/ankepaul2019
instagram.com/anke.b.paul

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